125 Jahre Deutsche Eiche - Tanz in den Mai

 

Tanz in den Mai

Ein Jahr lang hat der Festausschuss des Turnvereins Deutsche Eiche Holzminden neben anderen Aktionen, wie etwa das Pflanzen von 125 Eichen (der TAH berichtete), diesen Festtag vorbereitet. Es gab eine festlich geschmückte Turnhalle, viele Ehrengäste und für jeden ein Glas Jubiläumsmarmelade. Insgesamt 200 Gläser in den Geschmacksrichtungen Mehrfrucht, Sauerkirsche und Brombeere hatten Elke Verzagt, Antje Meese, Gundel Kese und Monika Schürzeberg hergestellt. Sie zeichneten eigentlich immer für die Verpflegung im Verein zuständig, meinten die vier Frauen. Angefangen habe alles, wie bei Bill Gates, in der Garage: .Da haben wir in meiner Garage die Suppe gekocht ", lächelt Gundel Kese.

Stationen in 125 Jahren

Der Vorsitzende des TV Deutsche Eiche Holzminden, Hans Schürzeberg, begrüßte die zahlreichen Ehrengäste aus Sport und Politik und dankte allen Helfern und ehrenamtlichen Tätigen, die an der Gestaltung des Festes mitgewirkt hatten. Anschließend ging er auf einzelne, herausragende Stationen des 125 Jahre alten Vereins seit dessen Gründung ein. So fand 1920 die Einweihung des im nächsten Jahr 100 Jahre alten Gedenksteines für die im 1. Weltkrieg gefallenen Vereinsmitglieder statt. 1933 Auflösung durch das NS-Regime, Beschlagnahme des Vereinsvermögens und der Turngeräte, die, wie auch die Vereinsfahne, eingezogen und vernichtet wurden. 1947 Neubeginn der Vereinstätigkeit unter dem alten Vereinsnamen. 1967 Anschaffung einer neuen, der jetzigen Vereinsfahne und 2012 die Übernahme der Turnhalle von der Stadt Holzminden. Da gelte es vielen Personen, Behörden und Institutionen Dank zu sagen.

Glückwünsche von der Landrätin

Kein Jubiläum ohne Ehrengäste und Festredner! Und davon gab es zahlreiche, die ihre Verbundenheit zum TV Deutsche Eiche zeigten. Landrätin Angela Schürzeberg überbrachte nicht nur die Grüße des Kreistags, sondern war früher selbst Mitglied. Sie fühlte sich immer wohl aufgehoben und weil! deshalb, wie wichtig die Jugendarbeit als Katalysator in einem Verein ist: „Ihr Verein hat bereits 1919 erkannt, dass man nicht einfach stehen bleiben kann und hat damals neben der Damen- auch eine Kinderabteilung gegründet.“

Robert Hartman jun. als Vertreter des Kreissportbundes hatte den Verein tatkräftig unterstützt, als 2012 die Übernahme der Sporthalle im Raum stand. „Ihr seid mit 60 Prozent Kinderanteil ein Turnverein, wie man sich einen solchen vorstellen möchte", meinte Hartmann, überreichte dem Vorsitzenden für 125 Jahre verdienstvolle Vereinsarbeit die „Albert-Lepa-Plakette" des Landessportbundes Niedersachsen und wünschte den Mitgliedern ein „Gut Heil!"

Bürgermeister Jürgen Daul legte das nur in Deutschland bekannte Zitat von Winston Churchill „No Sports" seiner Jubiläumsrede zu Grunde. .Sport ist mehr als eine Wettkampfform. Sport ist gesund, und Bewegung ist die beste Medizin", war sich Holzmindens Bürgermeister sicher „Als Kraft- und Artistenclub wurde dieser Verein 1894 gegründet. Sport findet in der Mitte der Gesellschaft statt und da gehört er auch hin", sagte er.

Der Vizepräsident des Niedersächsischen Turnerbundes, Christoph Hannig, begann seine Rede sportlich mit dem Schlagen eines Rades (mit Krawatte und im Anzug) und hatte eine große Schatulle mit im Gepäck. Darin, in Samt gebettet, das Bronzene Walter-Kolb-Schild des Niedersächsischen Turnerbundes. Der Göttinger erklärte den Gästen nicht nur, dass Walter Kolb 1948 das Deutsche Turnfest nach Frankfurt geholt habe, sondern auch als Oberbürgermeister jeden Tag durch den Main geschwommen sei. Und ob Holzmindens Bürgermeister Jürgen Daul möglicherweise wohl auch...?

Laut  Matthias Vespermann vom Turnkreis Holzminden (selbst 30 Jahre lang Mitglied im TV Deutsche Eiche) hat den Verein immer das familiäre Miteinander ausgezeichnet. Währenddessen stellte Hermann Meyer als Vorsitzender des MTV Altendorf die Frage: „Sind wir in einer Zeit, wo Fitnessstudios aus dem Boden schießen, überhaupt noch zeitgemäß?" Seine Antwort war ein klares Ja, denn im Verein könne man auch schnell Freunde finden.

Besonderer Dank geht noch an die Damen des Zumba –Kurses von Jessi Hebestadt, die mit einer Tanzeinlage den offiziellen Teil des Abends abrundeten.

Großen Anklang fand das Kuchen-Geschenk von MTV49 und SV06 in Form eines großen DEH-Wappens.

Anschließend gab es noch ein tolles Buffet und bis in die Nacht wurde das Tanzbein geschwungen.

Hans Schürzeberg